Tango
KUNST

Die Tango Kunst bekommt hier eine Plattform. Wir möchten Maler, Zeichner, Bildhauer, Fotografen und Schriftsteller vorstellen, die den argentinischen Tanz, seine Musik und Kultur zu ihrem Thema gemacht haben.
„Kunst ist eine Tochter der Freiheit.“ (Friedrich Schiller)

Über die Tango Kunst

Tango Kunst bedeutet mehr als nur Bilder von tanzenden Paaren. Sie zeigt die Leidenschaft, die Melancholie und die Schönheit des argentinischen Tanzes in vielen Formen: in Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Fotos und Texten. Es ist ein kulturelles Phänomen, das seit über einem Jahrhundert Künstlerinnen und Künstler auf der ganzen Welt inspiriert. In der Tango-Kunst verschmelzen Bewegung, Rhythmus und Emotion zu Bildern, welche die Seele dieses argentinischen Kulturguts einfangen.

Die Malerei und der Tango

Schon früh haben Künstler den Tango gemalt. Der uruguayische Maler Pedro Figari (1861—1938) zeigte fröhliche Candombe-Tanzszenen und das Leben in den Vorstädten. Im vorigen Jahrhundert brachte Emilio Pettoruti (1892—1971) den Tango in die moderne, abstrakte Kunst und wurde damit weltbekannt. Ricardo Carpani (1930—1997) malte monumentale, üppige, expressive Tango-Figuren.

Ein bekannter zeitgenössischer Maler ist Fabián Pérez, geboren 1967 bei Buenos Aires. Seine Bilder zeigen Paare beim Tanzen, elegante Männer und Frauen in Clubs oder auf der Straße. Die Stimmung ist romantisch, etwas dunkel und sehr emotional. 

Der Maler und Tango-Tänzer Guillermo Alió, 1950 in San Miguel de Tucumán geboren, arbeitet ebenfalls in Buenos Aires und malt bunte Szenen aus der Tango-Welt. Jorge Luis Alio, Jahrgang 1967, studierte Kunst und Modedesign. Er war jahrelang Zeichenlehrer und fängt die Kultur von Buenos Aires durch Szenen in traditionellen Cafés, Bars und Milongas ein. Seine Werke hängen im berühmten Tanz-Saal „La Nacional“.

Fileteado Porteño

Fileteado, auch Filete Porteño genannt, ist eine typische argentinische Dekorations-Kunst aus Buenos Aires. Sie entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals bemalten Handwerker (oft italienische Einwanderer) Pferdewagen, später auch Lastwagen und Busse mit schönen, verspielten Mustern. Das Fileteado hängt eng mit dem Tango und dem Leben in Buenos Aires zusammen. Man sieht es bis heute auf Schildern, in Bars, auf Mauern, Stoffen und sogar als Tattoo oder Body Painting. 2015 wurde es von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.

Ein bekannter Künstler in diesem Bereich ist Jorge Muscia, oft „Fileteador des Tango“ genannt. Er verbindet Fileteado-Technik mit Tango-Motiven, zum Beispiel Bildern von Carlos Gardel oder anderen Tango-Größen. Er unterrichtet auch und hat viel dazu beigetragen, dass diese Kunst heute weiterlebt.

Fotografie und Bildhauerei

Fotografen halten den besonderen Moment des Tangos fest: den Blick, die Hand am Rücken, den Schritt im Rhythmus, die Hingabe. Argentinische Fotografen wie Eduardo Blidner und Guillermo Monteleone, aber auch europäische Künstler wie Markus Schüller oder Jens Paritzsch, machen eindrucksvolle Bilder von Milongas, innigen Tanzpaaren oder den Straßen von Buenos Aires.

In der Bildhauerei wird der Tango dreidimensional. Künstlerinnen wie Sophie Howard oder Künstler wie Leopold Bernhard formen Skulpturen von tanzenden Paaren aus Bronze, Keramik oder anderen Materialien. Sie zeigen die enge Haltung und die Bewegung des Tangos. In Ausstellungen wie „Ars Tango“ sind solche Werke zu sehen, und natürlich gibt es Tango tanzende Paare auch als Comic-Figuren.

Street Art in Buenos Aires

Auch Street-Art-Künstler widmen sich dem Tango. Alfredo Segatori malt große Wandbilder (Murales) in Buenos Aires, unter anderem Szenen aus Tango-Tanzlokalen oder Milongas, Paare beim Tanzen und Porträts von Carlos Gardel. Marino Santa María hat im Viertel Abasto große Bilder und Mosaike von Gardel und Tango-Motiven geschaffen.

Tango Kunst in der Literatur

Auch Schriftsteller beschäftigen sich schon lange mit dem Tango. Jorge Luis Borges schrieb mehrfach über den Tango – in Essays, Gedichten, Vorträgen und sogar in Liedtexten. Auch in der Literatur Julio Cortázars tauchen immer wieder verschiedene Elemente des Tangos auf. Weitere bekannte Autoren wie Ernesto Sábato und Leopoldo Marechal haben den Tango in ihren Werken thematisiert.

Deutsche Autoren trugen ebenfalls zum Thema bei: Zum Beispiel schrieb Wolfram Fleischhauer den bekannten Roman „Drei Minuten mit der Wirklichkeit“. Weitere Buchtipps gibt es in unserem Blog-Beitrag „Was genau ist Tango Argentino?“

„Galería“ in der Zeitschrift Tangodanza

Wer regelmäßig über Tango Kunst lesen möchte, findet in der deutschen Zeitschrift Tangodanza eine eigene Rubrik namens „Galería“. In fast jeder Ausgabe stellt die Zeitschrift dort einen Tango-Künstler oder eine Tango-Künstlerin vor – mit Texten und Bildern. So bleibt die Tango Kunst auch in Deutschland präsent und lebendig.

Tango Kunst verbindet Menschen. Sie zeigt, dass der Tango nicht nur auf dem Tanzboden lebt, sondern auch in Ateliers, Galerien und auf den Seiten von Zeitschriften und Büchern. Auf dieser Webseite möchten wir das zeigen und die Vielfalt der Tango Kunst sichtbar machen.